ROMEOS zur Eröffnung bei exposed. Festival für erste Filme
Feminale-Kooperation am Mittwoch, 2. November 2011, um 20:00 Uhr im Filmclub 813
 
Vom 2. bis 6. November 2011 präsentiert exposed 17 Nachwuchsfilme aus neun europäischen Ländern, deren geografischer Bogen sich vom Nachbarn Schweiz bis nach Albanien und Serbien spannt, und die zum ersten Mal auf Kölner Leinwänden zu sehen sein werden. Kern des Festivals für Nachwuchstalente ist die Hauptsektion Europäische Erste Filme. Spiel- und Dokumentarfilme aus Köln und Griechenland erweitern das Festivalpropramm. Unter den ausgewählten Werken befinden sich sowohl Preisträger als auch zu Unrecht übersehene Schätze. 
 
Als Eröffnungsfilm wird ROMEOS der Kölner Regisseurin Sabine Bernardi gezeigt, die mit ihrer Produzentin Janna Velber anwesend sein wird. Carla Despineux von der Sektion Querblick der Feminale wird das Filmgespräch moderieren. Sie hatte den Film bereits als ‚work-in-progress’ im vergangenen Dezember im Kulturbunker Köln-Mülheim vorgestellt. Als weiterer Gast wird Irene Schoor vom FilmInitiativ Köln dabei sein. Der Verein hatte 2007 für ROMEOS den mit 15.000 Euro dotierten Drehbuchpreis "KölnFilm" ausgelobt.
 
ROMEOS
 
 
Mittwoch, 2. November 2011, 20:00 Uhr im Filmclub 813: ROMEOS 
(Regie & Buch: Sabine Bernardi, D 2011, Spielfilm, 35mm, 94 Min., Kamera: Moritz Schultheiß, Produktion: Boogiefilm, Darsteller: Rick Okon, Maximilian Befort, Liv Lisa Fries) 
 
Erzählt wird die Geschichte eines Teenagers, der im falschen (weiblichen) Körper geboren wurde und dank Testosteron seine erste männliche Pubertät erlebt, wenngleich er auch noch kein "richtiger" Mann ist. Die Coming-of-Age-Geschichte von Lukas, der seinen Zivildienst in Köln antritt, hat schon ihre erste schöne Wendung, weil ‚sie’, bevor er ‚er’ wurde, in einem Schwesternwohnheim einquartiert wurde. Von Freundin Ine in die Szene eingeführt verliebt sich Lukas in Fabio, einen Macho-Schwulen und die Schwierigkeiten beginnen. Die Transgender-Problematik wird mit leichter Hand und gut aufgelegten Darstellern inszeniert, ohne die Schwierigkeiten auszublenden, die auf dem Körper und der Seele des Protagonisten lasten. Das ist dem intelligenten, sehr pointierten, realitätsnahen und dabei humorvollen Drehbuch geschuldet, für das es 2007 zu Recht den Drehbuchpreis "KölnFilm" gab.
 
Cassy Carrington & Tobias Cosler
Im Film ROMEOS und zur Eröffnung life im Filmclub-Kino
 
Das Duo vereint mit Chanson und Travestie mit Comedy. Mit improvisierten Witz und überirdischem Charme moderiert Cassy ihre Lieder an (Eigenkompositionen und Cover-Perlen) - voller Tragik, Humor, Ironie und Erotik. 
 
Die Wahlkölnerin Cassy Carrington startete ihre junge Karriere als DJane auf Deutschlands Szene-Partys. Doch auch ihr darstellerisches Talent wurde kurzerhand von Regisseurin Sabine Bernardi erkannt, die Cassy direkt für den Berlinale-Erfolgsfilm ROMEOS engagierte. Tobias Cosler arbeitet seit seinem Musikstudium als Keyboarder in zahlreichen Livebands, begleitet Künstler auf Tourneenn im In- und Ausland sowie in TV-Sendungen. Neben seiner pianistischen Tätigkeit schreibt er deutschspachige Chansons für sein eigenes Projekt Emil Brand und andere Künstler.
 
 
http://www.cassycarrington.de
 
 
 
Weitere Highlights von Regisseurinnen aus dem In- und Ausland komplettieren das Festival. Mit BLACK FIELD wird außerdem ein weiterer Genderfilm gezeigt. 
 
SHE MONKEYS
 
 
Donnerstag, 3. November 2011, 19:00 Uhr im Kölner Filmhaus: SHE MONKEYS 
(Regie: Lisa Aschan, Schweden 2010, Spielfilm, OmU, 35mm, 84 Min., Buch: Lisa Aschan & Josefine Adolfsson, Kamera: Linda Wassberg, Schnitt: Kristofer Nordin, Musik: Sami Sänpäkkilä, Produktion: Atmo se, Darsteller: Mathilda Paradeiser, Linda Molin) 
 
Als Emma neu in die Voltigiergruppe kommt, lernt sie dort Cassandra kennen. Die beiden Mädchen freunden sich an. Doch dann entstehen erste Komplikationen, Missverständnisse, Streit. Auf einmal geht es zwischen beiden um Eifersucht, Macht, Liebe und sich Positionieren im Erwachsenwerden. An ganz anderer Stelle steht Emmas siebenjährige Schwester Sara, die sich in ihren älteren Cousin verguckt hat und sich einen Bikini im Leopardenmuster wünscht, um ihn zu beeindrucken. Zwischen Emma und Cassandra aber stimmt inzwischen gar nichts mehr. Wer wird die Oberhand behalten? Fulminant und atmosphärisch bebildert SHE MONKEYS die Konflikte unter der Oberfläche.
 
ATTENBERG
 
 
Donnerstag, 3. November 2011, 21: 00 Uhr im Kölner Filmhaus: ATTENBERG 
(Regie & Buch: Athina Rachel Tsangari, GR 2010, Spielfilm, OmU, 35mm, 95 Min., Kamera: Thimios Bakatakis, Schnitt: Sandrine Cheyrol, Produktion: Haos Film, Darsteller: Adriane Labed, Vangelis Mourkis, Yorgos Lanthimos) 
 
Marina lebt mit ihrem Vater in einem kleinen Industrieort an der Küste. Die menschliche Spezies empfindet sie als eigenartig, wäre da nicht Bella, ihre recht unkonventionelle Freundin. Ihre ersten sexuellen Erkenntnisse leitet Marina aus den Tierdokumentationen von Sir David Attenborough - "Attenberg", wie sie ihn nennt - ab. Bella hingegen zeigt Marina einen anderen Zugang zur eigenen Sexualität. Das führt bei Marinas Begegnung mit einem Tischfußballspieler, sowie bei Diskussionen mit ihrem kranken Vater zu skurrilen Momenten. Anhand dieser zwei Männer und ihrer Freundin Bella untersucht Marina die letzten Mysterien der menschlichen Fauna.
 
ROTKOHL & BLAUKRAUT
 
 
Freitag, 4. November 2011, 19:00 Uhr im Kölner Filmhaus: ROTKOHL & BLAUKRAUT 
(Regie, Buch & Kamera: Anna Hepp, D 2011, Dokumentarfilm, DigiBeta, 60 Min., Schnitt: Annette zur Mühlen, Musik: Manuel Wagener, Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln) 
 
"Ich seh’ ja in Özen nicht die Türkin als solches oder ich steh’ ja morgens nicht auf: Ach ja, da ist ja ‚ne Türkin, sondern irgendwie das ist ja eh meine Frau, die Özen eben." – Ehemann Jens, 39 Jahre alt, Einzelkind, evangelisch getauft, hat die Schwester von Hakan geheiratet. Der wiederum, 33 Jahre alt, mit türkischer Abstammung in Marl-Hamm geboren, hat die Deutsche Tanja, 35 Jahre, Einzelkind, katholisch, geheiratet. Dem Film kommt zugute, dass die vier Protagonisten mit der Regisseurin befreundet sind. Sie hat die Familien einen Monat lang mit der Kamera begleitet und mit unverstelltem Blick am privaten Alltag teilgenommen. Der besondere Charme des türkisch-deutschen Familienportraits entfaltet sich aber auch über den typischen Ruhrpott-Humor, mit dem über die verschiedenen Kulturen, Traditionen und Religionen reflektiert wird.
 
BALCK FIELD
 
 
Samstag, 5. November 2011, 21:00 Uhr im Kölner Filmhaus: BLACK FIELD 
(Regie & Buch Vardis Marinakis, GR 2010, Spielfilm, OmU, 35mm, 104 Min., Kamera: Marcus Waterloo 
Schnitt: Yiannis Halkiadakis, Produktion: Highway Productions, Darsteller: Sofia Georgovassili, Christos Passalis) 
 
Ein griechischer Genderfilm, der im 17. Jahrhundert angesiedelt ist, als die Ottomanen herrschten. Im Mittelpunkt stehen ein desertierter verwundeter Soldat und eine Nonne, die ihn im Kloster gesund pflegt. Der Wald wird zu ihrer Zuflucht und gegen alle - auch ihre eigenen - Widerstände finden sie zueinander. Doch für wie lange? Ein intelligentes Drehbuch, das mit einigen Überraschungen, elegischen Naturbilder kraftvollen Darstellern aufwartet.
 
Weitere Informationen zum Festivalprogramm:
 
http://www.exposed-filmfestival.de