Zwei Filme zum Thema "Queer"
FEMINALE beteiligt sich wieder bei der Interkulturellen Woche
In "guter alter Tradition" beteiligt sich die FEMINALE an der Interkulturellen Woche in Köln. In Kooperation mit Rubicon und dem Filmhaus Kino Köln zeigt der Verein wieder zwei Filme zum Thema - und wirft dabei mit dem Quer Blick-Team einen Blick in kulturelle Zusammenhänge, in denen "queer" noch nicht salonfähig ist.
Freitag, 6. November 2009, 19:30 Kölner Filmhaus
CHUTNEY POPCORN
Nisha Ganatra, USA 1999, 90 Min. (Spielfilm)
Reena entwirft Henna-Tattoos, fährt Motorrad, kann mit ihrer indischen Herkunft nicht viel anfangen und lebt in einer lesbischen Beziehung. All dies erregt das Missfallen ihrer Familie. Ihre Schwester Sarita dagegen ist verheiratet und bereitet den Eltern mit ihrem angepassten Lebensstil viel Freude. Nur mit dem Kinderkriegen will es nicht so recht klappen. Als Reena davon erfährt, will sie die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen, etwas zu tun, was ihrer ach so perfekten Schwester versagt bleibt. Fortan ist sie besessen von der Idee, ein Kind auszutragen, und es dann Sarita und ihrem Mann zu überlassen. Doch statt der erwarteten Wogen der Begeisterung schlägt ihr schieres Entsetzen entgegen. Das Schwesterherz will plötzlich gar kein Baby mehr, und ihre Freundin Lisa (CROSSING JORDAN), die findet, dass sie bei einer solchen Entscheidung doch auch ein Wörtchen mitreden sollte, sucht vorerst das Weite...
Ein überragendes Drehbuch und überzeugende Darsteller machen dieses herzerfrischende, lustvolle und witzige Spielfilmdebüt der jungen kanadisch-indischen Regisseurin Nisha Ganatra - mit einem ungewöhnlichen Blick auf die lesbische Mutterschaft und kulturelle Zwiespältigkeit - zu einem unvergesslichen Filmerlebnis.
"Leicht und locker... Es darf gelacht werden!"(Siegessäule)
"... eine großartige Komödie, die delikate Themen mit Witz, Sensibilität und Humor behandelt."(Variety)
 |  | CHUTNEY POPCORN |
Samstag, 7. November 2009, 19:30 Uhr Kölner Filmhaus
JERUSALEM IS PROUD TO PRESENT
Nitzan Gilady, Israel 2007, 80 Min., Hebräisch/Englisch m. engl. UT (Dokumentarfilm)
Nitzan Gilady zeichnet die Vorbereitungen des World Pride 2006 in Jerusalem nach, dessen zentraler Gay-Pride-Marsch erst wegen des Libanonkrieges verlegt und später wegen massiver Proteste in eine Kompromissveranstaltung umgewandelt werden musste. Der Film stellt das Engagement der Pride- Aktivisten gegen den blanken Hass der religiösen Führer von Juden, Moslems und Christen und die arrogante Missachtung durch die Politik.
"Aufgebaut ist JERUSALEM IS PROUD TO PRESENT wie ein Thriller, der unweigerlich auf einen Höhepunkt, den Pride-Marsch, zurast. Die Nähe zu den ProtagonistInnen auf beiden Seiten und der suggestive Einsatz von Musik erinnern an ein Doku-Drama. Gilady eilt hin und her, lässt religiöse Führer Todesdrohungen ausstoßen und polemisieren ("This is the Holy Land, not the Homo Land"). Er erzählt vom Shushan-Nachtclub, einer Oase, in der Religion keine Rolle spielt; und von mutigen Menschen wie dem schwulen Politiker Sa’ar – dank eines Hetzflugblattes mit seinem Konterfei einer der meistgehassten Männer von ganz Jerusalem. Geschickt wird so der mitreißende Strudel der Ausnahmesituation "World Pride" mit persönlichen Dramen verknüpft." (Lesbisch-schwule Filmtage Hamburg)
Eine Kooperation von FEMINALE/Quer Blick, RUBICON, Filmhaus Kino Köln
Und noch ein Veranstaltungstipp, der thematisch passt: eine Finissage der Ausstellung A-THEOS (Gaby Ludwigs wunderschöne Rauminstallationen zu den Weltreligionen) im Alten Pfandhaus in der Südstadt. Dort inszeniert um Mitternacht Peter K. Kühnel ein Sound-Bild-Erlebnis der besonderen Art rund um den Krieg der Religionen: "Gott ist tot ... Ist Gott tot???" Hier prallen Ansichten, Religionen, philosophische Fragen auf einander und formieren sich in Klängen und Bildern....
 |  | JERUSALEM IS PROUD TO PRESENT |