FEMINALE präsentiert QUER BLICK-Filme zum Lesben Frühling Treffen (LFT)
Am 29. Mai um 20 und 22 Uhr im Kino in der Brücke (Filmclub 813)
 
Alles im Fluss? – So fragt das LFT (Lesben Frühlings Treffen) dieses Jahr in Köln. Das Quer Blick Team der Feminale präsentiert dazu zwei Filme, die scheinbar Selbstverständliches in Frage stellen und in denen wesentliche Voraussetzungen neu sortiert, diskutiert und neu strukturiert werden müssen – um wieder in Fluss zu kommen. Und zwar nach eigenen Maßstäben. 
 
Freitag, 29. Mai 2009, 20:00 Uhr: 
LOOKING FOR CHEYENNE (OUBLIER CHEYENNE) 
Regie: Valerie Minetto 
Drehbuch: Valérie Minetto, Cécile Vargaftig 
Kamera: Stephan Massis 
Schnitt: Tina Baz 
Musik: Christophe Chevalier 
Frankreich 2005, 90 min., französisches Original mit deutschen Untertiteln 
 
Freitag, 29. Mai 2009, 22:00 Uhr: 
SHE'S A BOY I KNEW 
Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Gwen Haworth 
2D Animation: Diego Maclean, Michael A. Mann 
Kanada 2008, 70 min., englische Originalfassung
 
LOOKING FOR CHEYENNE
 
LOOKING FOR CHEYENNE 
Hier dreht sich alles um Liebe und Sehnsucht – und wie dabei berufliche und finanzielle Rückschläge zur Zerreißprobe werden können. Schlussendlich geht es um eine Politik der Liebe, die in einem maroden Sozialsystem zum Frontenkrieg gerät und doch auch neue Möglichkeiten eröffnet. Valerie Minetto erzählt mit komischen, dramatischen und sogar fantastischen Elementen von zwei leidenschaftlichen Frauen, die nicht mit, aber auch nicht ohne die Andere leben können. 
 
Sonia und Cheyenne sind ein glückliches Paar – bis Cheyenne ihren Job als Journalistin verliert. Sonias Hilfe lehnt sie kategorisch ab, sie will sich nicht durchfüttern lassen. Trotzig erklärt sie der Konsumgesellschaft den Kampf und kehrt ihr schließlich als Totalverweigerin den Rücken, um ein einfaches Leben als Aussteigerin auf dem Land zu beginnen: Man kann auch ohne Elektrizität leben. 
Sonia bleibt zurück. Sie liebt ihre Arbeit als Lehrerin und findet, dass man im Leben gewisse Kompromisse eingehen muss. Um Cheyenne zu vergessen, lässt sie sich auf den jungen Aktivisten Pierre ein und beginnt eine Liaison mit der auf Raubzug befindlichen femme fatale Béatrice. Welten tun sich auf. Doch letztlich hilft es nichts – Sonia sehnt sich nach Cheyenne. Und so beschließt sie, Cheyenne in ihrem Refugium ausfindig zu machen… 
Mit essayistischen Anklängen wird einer Vielfalt von persönlichen wie politischen Haltungen Raum gegeben, während zwei Liebende versuchen, sich wieder zu finden. 
 
Eine wunderbar altmodische Liebesgeschichte verfängt sich geschickt im modernen Kleid einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft. 
 
Lesbisches Drama mit Mila Dekker, Aurélia Petit, Malik Zidi, Laurence Côte und Guilaine Londez. 
 
 
 
 
 
SHE'S A BOY I KNEW
 
SHE'S A BOY I KNEW 
Mit 23 Jahren, den College-Abschluss in der Tasche und verheiratet, beschließt Steven Haworth, sich mit den eigenen Sehnsüchten auseinanderzusetzen und die Möglichkeit eines Genderwechsels in Betracht zu ziehen. 
 
Meistens werden Filme über Transsexualität von Nicht-Transsexuellen gemacht. SHE'S A BOY I KNEW kehrt diesen Blick von außen um: Gwen Haworth, professionelle Regisseurin, richtet die Kamera auf Familie, Partnerin und Freunde und dokumentiert, wie diese mit ihrem Entwicklungsprozess umgehen. Sie reflektiert dabei ihre Situation und ihre Gefühle als lesbische Transfrau ebenso wie die ihrer Kindheit, in der sie ein "richtiger Junge" war. 
 
Die Reaktionen des Umfelds gehen erwartungsgemäß auseinander. Die Eltern möchten ihren Sohn nicht verlieren. Gwens Ehefrau bemüht sich um Verständnis, fühlt sich aber auch hintergangen und steht vor der Frage: Will sie nun lesbisch werden? Für den langjährigen besten Freund ist die Sache leichter: Er sieht Gwen nun als "she´s a boy I knew." 
 
In einem dichten Gewebe aus Familienaufnahmen, Interviews und Trickfilmsequenzen entfaltet sich eine höchst subjektive Dokumentation über Liebe, Familie, Freundschaft und Transsexualität, die tief berührt.